Empfehlen Sie ein Produkt
Senden Sie uns Ihren Tipp. Was passt in unseren Guide?
 

RSS Feed 2.0


Mobile Smartphone > Scan?
lohasguide_feed2mobile
Magazin arrow Lohasguide Null/2008
World Changing - Handbuch der Ideen Drucken E-Mail

Side Story
Google.org investiert in CO2-Lösungen


Google.org, die 2005 gegründete Stiftung des Suchmaschinenherstellers, möchte ingesamt 10 Mio Dollar in Firmen investieren, die Lösungen zur Reduzierung des CO2-Austosses liefern können. Dazu werden nun weltweit Teilnehmer gesucht. Entsprechend startete bereits das Projekt RechargeIT.org, bei dem Hybrid-Autos mit Strom versorgt werden, der mit Solarzellen gewonnen wird. Ziel des Projekts ist es, das Transport- und das Energieversorgungssystem zusammenzubringen. Autos sollen nicht nur weniger CO2 abgeben, sondern auch überschüssigen Strom an das Elektrizitätsnetz gegen Bezahlung zurückspeisen. > Google.org
Kompletten Artikel lesen >>

Dossier - Ökologisches Konsumverhalten. Um die Welt zu verändern, müssen wir erkennen, wie Systeme arbeiten und an welchen Stellen dieser Systeme kleine, kluge Lösungsansätze zu großem Erfolg führen. Als Bibel der Nachhaltigkeit wird das WorldChanging Buch bezeichnet. Entdecken Sie Zukunftsideen aus dem Buch bei uns in Auszügen, die in jeder Ausgabe unseres Digitalmagazins mit neuen Themen erscheinen.


Ausgabe 1: Thema Konsum

Vorwort 

Dieses Buch enthält unzählige Ideen zur Verbesserung der Welt. Sie ermuntern dazu, den eigenen Alltag neu zu gestalten und mit Blick auf unseren Planeten zu denken. Sie führen uns sofort vor Augen, wie viel jeder Einzelne von uns leisten kann und wie sehr wir uns gegenseitig brauchen; wie gefährdet der Planet derzeit ist und wie schön unsere Zukunft sein könnte. Mit Blick auf unseren Planeten verantwortungsbewusst zu denken, fällt allerdings schwer. Uns allen kommt die Erde beinahe unfassbar riesig vor. 

Doch der Schein trügt. Für die Menschheit insgesamt ist die Erde klein, und sie schrumpft noch dazu rasch weiter. Im Alltag erkennen wir nicht so ohne weiteres, dass unsere Lebensweise nicht nachhaltig ist, und alles, was nicht nachhaltig ist, hat auf Dauer keinen Bestand. Nicht erneuerbare Ressourcen bringen immer gravierendere Kosten für die Umwelt mit sich.

Wir müssen davon ausgehen, dass die meisten Menschen auf dem Planeten ein Leben führen möchten, das eher dem ähnelt, das wir auf der Basis eines fünf Planeten aufzehrenden Lebensstils aufbauten. Allmählich gehen unsere Ressourcen zur Neige. Die Experten hängen es nicht an die große Glocke, aber wir
haben uns hier auf einen gigantischen Wettlauf um die Zukunft der menschlichen asse eingelassen. Der Wettlauf ist nur mit einem neuen Modell u gewinnen, das auf einem Standard der Nachhaltigkeit basiert, der noch öher ist als unser gegenwärtiger.

Hier ist die gute Nachricht: Wir müssen nicht den Planeten zerstören der andere Menschen in Armut halten, um ein angenehmes Leben zu ühren. Gute Absichten sind lobenswert, aber halten Sie sich vor Augen, ass nur Leidenschaft die Welt verändert. Seit dem Start der Internetseite WorldChanging.com haben wir Tausende von Artikeln über Ansätze veröffentlicht, von denen wir meinen, dass sie es wert sind, sie sich anzusehen; und Millionen Menschen haben die Seite mittlerweile besucht. Wir haben Journalismus-Preise gewonnen und hörten, wie Menschen uns in den höchsten Tönen lobten. Noch wichtiger ist für uns: Wir haben von Tausenden Lesern gehört, die Ideen, auf die wir aufmerksam machen, als Sprungbrettfür ihre eigene Aktion genutzt haben.

 

 
Wir werden in loser Folge zusammen mit dem Knesebeck Verlag Auszüge veröffentlichen, der Verlag hat dieses Handbuch  von USA nach Deutschland gebracht. Themenvorschau:
Konsum, Wohnen, Städte, Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Natur.
 


Konsum

Die Dinge, die wir konsumieren, definieren uns. Alles, was wir kaufen, benutzen, ansammeln und wegwerfen: Alles Materielle, das durch unser Leben rauscht, ist das beste Erkennungszeichen für unsere Art von Leben. Jeder wohlhabende Erdbewohner sitzt auf einer Fülle von Dingen – jedes mit seiner eigenen Vergangenheit und Zukunft.
Die Geschichte unserer Dinge ist in globaler Hinsicht von entscheidender Bedeutung. Sobald wir die Verpackung von einem neuen Spielzeug aufreißen, hat dieses Spielzeug schon das Ende einer langen Reise erreicht, die den Abbau von Metallen, das Pumpen von Öl, den Betrieb großer Fabriken, das Verschiffen
von Containern, das Bedrucken von Verpackungsmaterial, den Kauf von Anzeigen und Werbung, das sorgfältige Einräumen von Verkaufsregalen und zuletzt die Fahrt nach Hause beinhaltet.
Dieser Ablauf lässt sich auf jedes von uns erworbene Produkt übertragen: Die Dinge, die wir im Geschäft kaufen – so sagen es auch die Experten für  nachhaltiges Design William McDonough und Michael Braungart in ihrem wegweisenden Buch Einfach intelligent produzieren (Cradle to Cradle) –, diese  Dinge sind nur die Spitze eines riesigen Materialbergs und einer gigantischen Pyramide aus gewonnenen Rohstoffen, verbranntem Kraftstoff, Giftmüll und der Ausbeutung von Arbeitern.
Die Abnutzung eines Produkts markiert wiederum den Beginn eines neuen Kreislaufs: Der Gegenstand wird die längste Zeit seines Daseins auf einer Müllhalde verrotten. Ein Styropor-Karton dient vielleicht 15 Minuten als Behälter, aber anschließend braucht er einhundert Jahre, um sich unter einem Abfallberg zu zersetzen.

Den Konsum in Frage stellen
Für einen weniger belasteten Planeten und für verantwortliche Konsumenten gibt es die alles entscheidende Frage: Wie viel brauche ich wirklich? Das  Verhältnis zwischen materiellem Wohlstand und allgemeinem Wohlbefinden sollte aneinander gekoppelt sein: Steigt das eine, so steigt auch das andere.
Doch Wohlstand und Wohlbefinden wachsen nur bis zu einem gewissen Punkt gemeinsam an, bis sich das Bild umkehrt. Forschungen kommen zu dem Ergebnis, dass Glück in den meisten Kulturen größtenteils unabhängig von materiellem Luxus ist, einen gewissen Grundkomfort einmal vorausgesetzt. Unseren persönlichen Konsum zurückzuschrauben, spart Geld und verbannt alle unnützen Dinge aus unserem Leben. Im Zeitalter von Megastores und viralem Marketing entscheiden sich viele für Quantität statt Qualität – angesteckt von dem Wahn, immer mehr immer billiger zu bekommen. Wenn wir bewusster einkaufen, bleibt uns  ehr Spielraum, die Dinge, die uns umgeben, wertzuschätzen, und wir haben mehr Freude an ihnen.

Der ökologische Fußabdruck
Ein einfaches Rechenbeispiel verdeutlicht, wie sich Milliarden Menschen einen kleinen Planeten teilen können: Man teile das nutzbare Gebiet der Erde durch die Zahl der Menschen, die ihn nutzen wollen. Das gibt uns ein Gefühl, wie groß gerechterweise der Anteil eines Menschen wäre. Fairerweise sollten wir aber nicht alles auf einmal aufbrauchen. Vielleicht möchten auch unsere Kinder und Enkelkinder noch atmen, essen und trinken. Wir sollten nur so viel nehmen, dass die Natur eine Chance hat, sich immer wieder zu regenerieren.

 
Tauschbörse »Freecycle.org«
Wie vermeidet man Müll und setzt ökologisches Denken in die Tat um? Über Freecycle.org, eine kostenlose internationale Internettauschbörse (www.de.freecycle.org ) für die Dinge, die wir nicht mehr benötigen. Mitmachen ist denkbar einfach: Über eine E-Mail-Liste einer örtlichen Freecycle-Gemeinschaft werden funktionsfähige Dinge angeboten, die ansonsten auf dem Müll landen. Inzwischen gibt es Hunderte solcher Listen in größeren und kleineren Gemeinden. Man kann seine Kiste mit Computerkabeln auch im Internet versteigern, aber, ehrlich gesagt, kann man seine Zeit auch besser nutzen. Im Grunde geht es nur darum, dass diese Kabel nicht auf der Müllhalde landen. Vielleicht holt jemand nur ein Kabel bei uns ab, der Abfallberg ist jedenfalls kleiner geworden. Ein wunderbares Beispiel für ökologisch sinnvolles Geben und Nehmen. AZ
 
Verantwortungsbewusst konsumieren
Wir alle wissen, dass es ökologisch sinnvoll ist, weniger Dinge zu kaufen. Aber einige von uns glauben, dass dies unseren Lebensstil einschränkt oder den Spaß nimmt.
Wir alle haben Bedürfnisse, und die meisten genießen es, neue Dinge zu kaufen. Aber wollen wir schon nicht weniger kaufen, können wir wenigstens klüger kaufen. Wer klug konsumieren möchte, sollte herausfinden, wer die besten Produkte herstellt und wo man diese bekommt. Zudem sollte man sich ausreichend  Informieren, um trügerisches Marketing  u erkennen, egal ob wir nun Kleidung, Nahrung, Autos oder Haushaltsartikel oder sogar Häuser  erwerben.
Wir haben die Macht, unsere Vorstellungen an der Kasse deutlich zu machen. Wir können nach Kleidung suchen, die aus nachwachsenden Materialien besteht, nach Reinigungsmitteln ohne Gift- und Schadstoffe und nach Produkten, bei deren Herstellung keine Arbeiter ausgebeutet werden. Als Verbraucher
können wir unsere Vorstellungen von nachhaltigeren Produkten äußern und auf bessere Arbeitsbedingungen und Herstellungssysteme drängen. Aber bis durch unsere gezielt eingesetzte Kaufkraft alle Erzeugnisse besser und nachhaltiger werden, bleibt uns nichts anderes übrig, als das Beste aus dem Vorhandenen auszuwählen.

Wo man bessere Kleidung findet
Bei Produkten des unmittelbaren Bedarfs haben wir bereits die Möglichkeit, verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen. Wir können Produkte aus ökologischer Landwirtschaft kaufen, Energiesparlampen benutzen und Hybrid-Autos fahren. Und trotzdem lassen wir uns mit Kleidern sehen, die entsetzliche Produktions- und Arbeitsbedingungen fördern. Beim Kauf eines T-Shirts aus biologisch angebauter Baumwolle erzielen wir leider einen kleineren Effekt als beim Kauf eines Apfels aus biologischem Anbau, denn zwischen dem Baumwollfeld und dem T-Shirt liegen mehr Verarbeitungsschritte als zwischen der Obstwiese und dem Apfel. Die Massenproduktion von Kleidung aus der Naturfaser Baumwolle unterscheidet sich nicht grundlegend von der Fertigung synthetischer Kleidung – und gerade der Herstellungsprozess schadet unserer Umwelt. Aber das bedeutet nicht, dass unsere Entscheidung keinen Wert hat:
Mit unserer Verbrauchermacht stimmen wir gegen unfaire Arbeitsbedingungen. Indem wir nachhaltig hergestellte Stoffe verlangen, drängen wir die Textilbranche zu deren Entwicklung, und das ist bestimmt der Mühe wert. Aktuell gibt es zwei gegensätzliche Stilrichtungen für Naturtextilien: die typische Alternativkleidung aus der Müsliecke oder sehr edler und sehr teurer  Öko-Schick. In einer modernen »grünen« Welt sollte jedes Bekleidungsgeschäft eine Auswahl modischer Kleidungsstücke aus verantwortungsbewusster Ökoproduktion zu vernünftigen Preisen auf Lager haben – genauso, wie heute in jedem Supermarkt einige Regalreihen mit Bioprodukten zu finden sind. Bis es so weit ist, können wir nur Qualitätszeichen auf Etiketten studieren und nach neuen Entwicklungen Ausschau halten oder im Spezialhandel Naturtextilien einkaufen.

 

 

worldchanging_cover Gütezeichen für Naturkleidung
Leider gibt es für ökologisch oder fair produzierte Kleidung bisher noch kein einheitliches Gütezeichen.
Wir haben keine andere Wahl, als uns die derzeit gängigen einzeln einzuprägen:
Das Öko-Tex-Kennzeichen (www.oekotex.com) »Textiles Vertrauen – schadstoffgeprüft nach Öko-Tex-Standard 100« kennzeichnet auf Schadstoff geprüfte Textilien, die in Betrieben hergestellt wurden, die umweltbewusst arbeiten. Das europäische Umweltzeichen, die »Euroblume« [siehe Energy Star, Seite 141], wird für Textilien vergeben, die umweltfreundlicher und gewässerschonender hergestellt werden als bei der konventionellen Produktion. Der IVN, der Internationale Verband für Naturtextilien (www.naturtextil.com), in dem namhafte Ökotextilhersteller und -verarbeiter organisiert sind, vergibt zwei  Qualitätszeichen für Klei- dung, deren Naturfasern unbedingt aus ökologischem Anbau stammen müssen: »Naturtextil«, einen orangefarbenen Kreis, der Textilien aus Naturfasern auszeichnet, die nach hohen Standards umweltschonend und sozialverträglich produziert wurden, sowie das Label »Naturtextil best« (in blauer Farbe), bei dem höchste Standards vorausgesetzt werden. Achten Sie auf diese Kennzeichnungen, wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen. BA

 

Ein gesundes Zuhause schaffen
Nichts ist reiner und gesünder als Muttermilch, oder? Vielleicht stimmte das noch vor einigen hundert Jahren. Heutzutage enthält Muttermilch allerlei Giftstoffe – darunter Rückstände von chlorierten Kohlenwasserstoffen wie Dioxine, PCB und DDT, Flammschutzmitteln, Weichmachern und Duftstoffen. Die Chemikalien der Industrie lauern überall auf uns, und schon Babys nehmen sie mit jedem Schluck Muttermilch auf. Panikmache ist vielleicht nicht die beste Methode, um einen Wandel herbeizuführen, aber es ist beängstigend, welche Inhaltsstoffe man in Haushaltsreinigern findet. Die Zahl der Giftstoffe, die wir unter unserer Spüle und im Putzschrank aufbewahren, ist enorm, und wir denken nicht darüber nach. Verschwinden diese Giftstoffe im Abfluss, kümmern wir uns wenig  um die Folgen. Das, was wir »wegspülen«, ist nicht wirklich weg – chemische Rückstände bleiben haften und gelangen ins Trinkwasser, und der große Rest fließt ins Abwasser und Grundwasser.
Schadstoffe finden einen Weg zurück in unser Leben. Glücklicherweise sind immer mehr ungiftige und auch preisgünstige Produkte auf dem Markt.

Deutsche Ausgabe
WorldChanging
Das Handbuch der Ideen für eine bessere Zukunft
16,5 x 24,0cm, Halbleinen, 480 Seiten, mit 150 farbigen Abbildungen
KNESEBECK Verlag

Bestellung:
ISBN 978-3-89660-599-3
Preis: 39,95 € (D)

67,00 sFr /41,10 € (A)
 
  ( 15 Stimmen
 
Neueste ArtikelOccupy Money - Prof. Dr. Margrit Kennedy

Geld regiert die Welt! Das ist heute offensichtlich. Doch wer regiert das Geld? Darüber sind sich selbst die Fachleute selten einig....
+ Mehr...

Neueste ArtikelFisch-Führer des WWF

Fisch - ob frisch, aus der Dose oder aus dem Tiefkühlfach – ist ein wertvoller und unverzichtbarer Bestandteil unserer...
+ Mehr...

Neueste ArtikelGesunde Ernährung für Kinder

Bei Gesund-Wachsen.org finden Sie Informationen, Anregungen und Tipps rund um das Thema Kinderernährung. Hier sollen vor allem jungen Eltern...
+ Mehr...

Weitere Meldungen

Home | Impressum | Kontakt | Portalsuche | Login

Aktuelle Seite

Facebook

Folgen:

twitter facebook linkedinxing

ANZEIGE

Bio liebt Fair

LOHAS-Partner

Umweltfreundliches Hotel
Scandic Hotels
www.LOHAS-Film.de
Video-Plattform
zeitgeist1
LOHAS Twitter

LOHAS Aktuell

Art of Stupid
facebook_follow

Nachhaltigkeitsampel