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Vorsicht Bildschirm
Seite 2

Fakten zum Bildschirm-Medienkonsum basierend auf Professor Manfred Spitzers Vortrag (Gehirnforscher und Psychiater) „Vorsicht Bildschirm!“.

 

Kinder und Jugendliche verbringen 7 bis 8 Stunden am Tag mit schlafen. Als nächstes kommt häufigkeitsmäßig Bildschirm-Medienkonsum, etwa 5-einhalb Stunden täglich. (= 3-einhalb Stunden Fernsehen plus 2 Std. Computer im Durchschnitt). Danach durchschnittlich pro Tag 4-einhalb Std. die Schule (in einer 7-Tage-Woche), danach kommt gar nicht mehr viel. 

 

Schule ist durchdacht. (Lehrpläne, Kultusministerien)
Man könnte meinen, außerhalb der Schule herrscht Freizeit, d.h. außerhalb lernt man nicht. Die Gehirnforschung kommt aber zu einem anderen Ergebnis: Lernen findet immer statt. Lernen ist immer, wenn man sein Gehirn gebraucht.

Wir wissen eigentlich um Gefahren von Bildschirm-Medien schon ziemlich lange. Neu ist, dass man nun versteht, was passiert im Gehirn, wenn man konsumiert. Veröffentlichung einer longitudinalen Studie Juli 2004 in der Medizinerzeitschrift „Lancet“: Man hat in Neuseeland 1972/73 über 1000 Geburten erfasst, hat diese Menschen nachverfolgt und jetzt da sie über 30 sind, kann man schauen, was aus ihnen geworden ist. Mit 2-3 Jahren hat man zum ersten mal geguckt, was ist mit denen...mit 5, 7, 9, 11 Jahren usw. Zu jedem Zeitpunkt wurde auch erfasst, wie viel die Kinder fern geschaut haben und wie gesund sie sind dann mit ende 20.

 screen

Fazit:
Der Fernsehkonsum in der Kindheit legt u. a. fest wie viel Übergewicht die Menschen haben.
Fernsehkonsum ist proportional zu körperlicher Unfitness.
Außerdem proportional zum Cholesterinspiegel.
Fernsehen mit 5-15 Jahren führt zu einem erhöhten Cholesterinspiegel wenn man Ende 20 ist.
Je mehr man zwischen 5-15 Jahren Fernsehen geschaut hat, desto mehr raucht man als Erwachsener.
Dies alles sind Risikofaktoren fürs Herz->verfrühter Tod.

Beim Fernsehen wird der Muskeltonus passiv. Man verbraucht dadurch weniger Kalorien, als wenn man auf der Couch liegt und nix tut. Der Körper schaltet also AKTIV die Muskeln ab. Das macht am Tag 150 Kalorien aus, die man nicht verbrennt, sondern immer auf sich ablädt. Über Jahre hinweg bedeutet dies jede Menge Kilos Übergewicht.

Über 65% der im TV an Kinder gerichteten Werbung handelt von Nahrungsmitteln.
100% dieser angeworbenen Nahrungsmittel sind ungesund.
Werbung hat einen Effekt. Man isst also ungesündere Sachen, man bewegt sich weniger, unregelmäßiger (zwischen den Mahlzeiten).
Wir wissen also wie die Folgen von Bildschirm-Medienkonsum funktionieren.

 

Video
Ich kaufe also bin ich
Ich kaufe also bin ich
Copyright vEsti24


Gegner sagen: mit Statistik kann man ja alles beweisen. Die Dicken schauen halt mehr fern, wer dick ist, ist eben immer dick.  Aber: Man hat in der Studie untersucht, waren Kinder schon mit 5 dick, ab wann sind sie es geworden? Der Zusammenhang geht ganz klar: Vom TV zum dick sein und nicht umgekehrt.

Andere Studien besagen außerdem:
Fernsehen macht gewalttätig.
Fernsehen mit einem Lebensjahr führt zu Aufmerksamkeitsstörungen im 7. Lebensjahr.
Fernsehen mit 5 Jahren führt zu Lesestörungen mit 8.
Fernsehen mit oder unter 5 Jahren beeinflusst massiv den Bildungsstand mit 30.

Hirnforscher sind jetzt dabei diese Abläufe im Hirn nachzuvollziehen

Crash-Kurs Neurobiologie:
Neuronenzellen unterscheiden sich von anderen Körperzellen durch eine wichtige Eigenschaft: Sie stehen für etwas und liegen nicht nur so rum. Wofür sie stehen liegt an ihren Synapsen. Wie gut Impulse übertragen werden, hängt von den Synapsen ab. Wenn Impulse über eine S. laufen,  ändert sich die Kontaktfläche und sie wird größer, sie wächst. Wichtiger Punkt: Unser Gehirn ist das dynamischste Organ, es verändert sich dauernd. Wenn ich eine Erfahrung mache, laufen Impulse über Synapsen. Diese verändern sich und die selben Impulse wählen dann den einfach Weg über die dicke Synapse.
Wenn ein Impuls über eine S. läuft passiert nix. Wenn ein Impuls aber viele male über eine S. läuft dann verändert sie sich. (das ist Lernen) Die Verbindung wird besser! Daraus folgt: unser Gehirn ist für Einzelheiten nicht gebaut. Es ist kein Videorekorder. Es nimmt auf, was regelhaft ist, was uns gestern sowie morgen nützt. Wir merken uns also eher, was immer wieder passiert, als Einzelerlebnisse (z.B. vokabeln). Unser Gehirn giert danach, sich wiederholende Dinge zu merken, die allgemeingütig sind uns lernt diese.

Beispiel:
Kinder können deutsche Grammatik, ohne dass ihnen jemand das beibringt, ihr Gehirn filtert einfach die allgemeingültigen Regeln durch Unterschiede raus. Denn:
Wir können Wörter beugen, die es gar nicht gibt. Partieren – ich habe partiert
Quangen – wir haben gequangt
Unser Gehirn hat anhand von Beispielen eine allgemeingültige Regel aufgenommen. Vieles was man lernt, weiß man nicht, aber man KANN es.
Manche Leute denken, Schule=Hirn stellt sich auf Schule ein und in der Freizeit stellt es sich auf Freizeit ein. Das ist falsch,  es lernt die ganze Zeit!

Beispiel unterschiedlicher Arten zu Lehren, unterschiedliche Erfolgsergebnisse:
Amerika Matheunterricht: Lehrer teilt Aufgaben aus, die jeder für sich löst.
In Japan sagt der Lehrer: Die eine Seite der Klasse denkt sich Hausaufgaben für die andere aus und umgekehrt. Es entsteht ein Wettbewerb, die  Schüler wollen sich gegenseitig die schwierigsten Aufgaben geben (die sie ja im Kopf nebenbei noch lösen). -> Elan, Begeisterung, viele Impulse laufen über Synapsen= Mehr lernen

Fazit:
Die schlechten Schüler in Japan sind immer noch besser als die besten in Amerika, obwohl die durchschnittliche Schülerzahl in den USA 25, in Japan aber 37 beträgt. Unser Gehirn saugt Infos dadurch auf, dass es Erlebnisse hat.


WE ARE FUTURE ist eine Aktion zum Thema Medienmacht. Entwickelt und erstellt durch Studenten der Academy of Visual Arts Frankfurt.
Viktoria Volkmann, Chong-Chin Hong, Elena Herzlich, Maria Rumjanzewa, Bea Janitschek, Levent Tunca, Christian F.
betreuende Dozentin Christine Fehrenbach www.come-closer.net

 



 
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