|
Los Angeles soll Solar-Metropole werden |
|
|
In der US-Millionenmetropole Los Angeles scheint an 276 Tagen im Jahr die Sonne – und die soll künftig deutlich stärker als Energiequelle genutzt werden. Bürgermeister Antonio Villaraigosa stellte kürzlich einen ambitionierten Ausbauplan vor, mit dem der Anteil der Sonnenkraft an der Energieversorgung von derzeit weniger als einem Prozent auf zehn Prozent im Jahr 2020 steigen soll.
Insgesamt sollen in den nächsten zwölf Jahren Solaranlagen mit einer Gesamtkapazität von 1,3 Gigawatt (GW) zugebaut werden. Nach Angaben des Bürgermeisterbüros ist das Ende November vorgestellte Programm „Solar LA“ das weltweit größte Ausbauvorhaben einer einzelnen Stadt.
„Solar LA“ setzt sich aus drei Einzelplänen zusammen: Mit rund 313 Millionen US-Dollar wird zunächst ein Anreizprogramm für Hauseigentümer aufgesetzt. Unter anderem soll ein Einspeise-Tarife eingeführt werden. Damit könnten Eigentümer von Solaranlagen überschüssigen Strom an den örtlichen Versorger, das Los Angeles Department of Water and Power (LADWP), verkaufen. Das LADWP – der größte städtische Versorger in den USA – bietet zudem niedrig verzinste Darlehen für die Anschaffung von Solaranlagen an und will ein sogenanntes SunShare-Programm auflegen, mit dem Anteile an Solaranlagen der LADWP erworben werden können. Alles in allem erhoffen sich die Stadtoberen durch diese Anreize zusätzliche Solaranlagen mit einer Kapazität von 380 Megawatt (MW).
Weitere 400 MW will die Stadt selbst auf kommunalen Gebäuden und Flächen zubauen, sie sollen bereits 2014 am Netz sein. Laut Bürgermeisterbüro würde alleine die Umsetzung dieser Komponente Los Angeles zum nationalen Platzhirschen in Sachen Solarenergie machen. Teil drei des Plans sieht vor, in der an Los Angeles angrenzenden Mojave-Wüste bis zum Jahr 2020 Solaranlagen mit einer Leistung von 500 MW zu installieren. Die Kosten dafür werden auf rund 1,1 Milliarden US-Dollar veranschlagt. Schätzungen zu den Gesamtkosten für „Solar LA“ liegen noch nicht vor. Los Angeles Times

Der Solarplan ist Teil einer bereits vergangenes Jahr gestarteten Initiative, mit der Los Angeles insgesamt nachhaltiger werden soll. Unter anderem sollen die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 35 Prozent gegenüber 1990 sinken. Im Jahr 2004 emittierte die Vier-Millionen-Stadt noch rund 50 Millionen Tonnen Kohlendioxid und damit mehr als die 9,2 Millionen Einwohner Schwedens. Im Zuge der „Green LA“-Initiative soll zudem der Anteil erneuerbarer Energien im Angebot der LADWP auf 35 Prozent steigen. Bislang liegt dieser Anteil bei rund zehn Prozent.
„Los Angeles ist die Hauptstadt des Sonnenscheins und eine der besten Quellen für Solarenergie im ganzen Land“, sagte die Vorsitzende des städtischen Energie- und Umweltrates, Jan Perry. „Es macht Sinn, wenn unsere Stadt die Führung in der Entwicklung innovativer und umweltfreundlicher Technologien übernimmt und die Schaffung von Arbeitsplätzen in diesem Bereich zur Top-Priorität macht.“ Die Stadtoberen rechnen damit, dass je zehn Megawatt zugebauter Solarkraft-Leistung 200 bis 400 Arbeitsplätze entstehen. Bis zum Jahr 2020 könnten so bis zu 52.000 neue Stellen entstehen.
www.treehugger.com
http://www.nachhaltigkeitsrat.de
|