Intelligente Stromzähler (Smart Meter) sind bei deutschen Verbrauchern
noch völlig unbekannt. Einmal über deren Funktion aufgeklärt, besteht
aber großes Interesse. Das geht aus der Studie "Private Stromkunden in Deutschland 2009" des Marktforschungsinstituts Nordlight Research GmbH hervor.
"Auf die Frage, ob man den Begriff Smart Meter schon einmal gehört hat, antworten 99% der Befragten mit Nein", sagte Thomas Donath, Geschäftsführer von Nordlight, Dow Jones Energy Daily. Der Begriff "Intelligenter Zähler" sei etwas bekannter. Hier antworteten rund 70% der Befragten mit Nein. Für die Studie wurden laut dem Institut im April 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren zu ihrem Verhalten als Stromverbraucher und zum Thema Smart Metering befragt.
Somit gaben auch nur 2% der Befragten an, dass sie genau wissen, was hinter den Begriffen steckt. Einmal über die Funktion von intelligenten Zählern aufgeklärt, zeige die Mehrheit der Verbraucher (87%) aber großes Interesse. Als besonders attraktiv werde die Transparenz des tatsächlichen Stromverbrauchs beurteilt sowie die Möglichkeiten der unmittelbaren persönlichen Kostenkontrolle. Auch neue Tarifoptionen, die durch einen Smart Meter möglich werden, erzeugten hohes Interesse, hieß es weiter.
Somit seien auch 46% prinzipiell bereit, einen Zähler zu kaufen oder zu mieten, sofern der Preis und die monatliche Grundgebühr stimme. Rund 80 EUR würde ein Verbraucher, der Interesse an dem Zähler hat, für dessen Kauf zahlen, sagte Donath. "Bei aktivem Marketing könne sich bereits in naher Zukunft ein Marktpotenzial von bis zu 10% für Smart Metering ergeben", sagte Donath weiter.
Allerdings empfänden 41% der Befragten es als problematisch, dass der Versorger mit der intelligenten Stromzählertechnologie zumindest vorübergehend sensible Daten über das Verbraucherverhalten oder die Anwesenheit von Personen im Haushalt sammeln könnte. Die Mehrheit (59%) hätte jedoch keine grundsätzlichen Bedenken.
Wie die Studie weiter zeigt, stößt auch der so genannte Least-Cost-Router-Ansatz bei den Stromkunden auf großes Interesse. Hier wären Verbraucher zukünftig nicht mehr Kunde eines einzelnen Stromanbieters, sondern der Strom würde - ähnlich dem "Smart Surfer"-Konzept bei der Nutzung des Internets - beim gerade jeweils günstigsten Anbieter gekauft. "Rein theoretisch ist das mit der Smart-Meter-Technologie möglich", sagte Donath. Praktisch sei dieser Ansatz allerdings noch Zukunftsmusik, auch bezüglich der gesetzlichen Lage, sagte er weiter.
Link Tipp: digitalstrom.org
sonnenseite.com
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