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Bauen mit Stroh - Häuser der Zukunft Drucken E-Mail

Side Story
Architektur - Form follows Climate

Sustainable construction, with all its potential, was only adopted by clients like real estate developers, listed companies and investors as late as 2007. The demand for sustainable buildings continues to grow. At the same time, people wonder whether it isn’t a hype that will eventually blow over. During the Architecture Conference 2.0 of November 2007 in the Netherlands Architecture Institute, which focused on the future of the architect, sustainability was hardly a topic of debate. Why not? Could it be that sustainable construction is viewed as a threat to architecture? In our opinion, sustainability can actually enhance the quality of architecture, provided we are able to define what is meant by the term sustainable construction.
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Häuser aus Stroh sind bislang noch eine Seltenheit. Dabei sind sie herkömmlichen Häusern in vielerlei Hinsicht überlegen. Sandstein, Holz oder Schilf – aus diesen und einigen Materialien mehr wurden früher in Deutschland Häuser gebaut. Man griff einfach auf das zurück, was vor Ort verfügbar war. In Nebraska, der „Kornkammer“ Amerikas, findet man weder Holz noch Stein, dafür Unmengen an Stroh. Vor 130  Jahren wagten daher einige Bauern den Versuch, Häuser aus Strohballen zu bauen.

 

Im ersten Moment klingt das wie eine skurrile Notlösung. Allerdings sind einige der damals gebauten Häuser noch heute intakt und bewohnt. Das beweist, dass Strohballenbau tatsächlich funktioniert. Heute finden sich Strohhäuser überall auf der Welt, von Norwegen bis Neuseeland. In Deutschland stehen gegenwärtig ungefähr 200 derartige Exemplare.

Stroh ist an sich ein Abfallprodukt der Landwirtschaft. Was nicht als Einstreu in Ställen landet, wird untergepflügt oder verbrannt. Was den Getreidehalm für den Hausbau interessant macht, erkennt man, wenn man ihn aufritzt: Zwischen ringförmigen Verdickungen befinden sich Luftkammern. Durch diese besitzt das Stroh ein hervorragendes Dämmvermögen. Eine Wand aus 40cm dicken Strohballen erreicht Werte, wie sie für ein Niedrigenergiehaus verlangt werden. 

Styropor und andere industrielle Dämmmaterialien basieren auf demselben Dämmprinzip des größtmöglichen Lufteinschlusses. Kann der Baustoff vom Feld allerdings direkt und naturbelassen verbaut werden, müssen künstliche Dämmstoffe energieaufwändig erzeugt werden. Wie sich manche industriellen Materialien zudem auf die Gesundheit auswirken, ist angesichts ihrer oft erst kurzen Einsatzzeit ebenfalls noch nicht zu beantworten. 

Die annähernd weltweite Verfügbarkeit des schnell nachwachsenden Rohstoffs Stroh ist ideal angesichts der Knappheit vieler Rohstoffe. Auch die Preise sind dadurch sehr niedrig und die Transportwege kurz.


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Bedenken, dass ein Strohhaus ein Paradies für Nager oder anderes unerwünschtes Getier sein könnte, sind unberechtigt. Durch den hohen Pressgrad sind die Wände für Maus & Co. als Nistplatz unbrauchbar, ebenso als Futterquelle, denn im Stroh befindet sich so gut wie kein interessantes Getreidekorn mehr. So gibt es kein einziges bekanntes Strohhaus, das mit Schädlingen je ein Problem gehabt hätte.
Dies liegt auch an der dichten Versiegelung mit Lehm, mit dem Strohhäuser normalerweise beidseitig verputzt werden. Bereits in Fachwerkhäusern hat sich die Kombination von Lehm und Stroh als ideal offenbart. Ebenso wie Stroh ist Lehm in Massen und vielerorts verfügbar und praktisch ohne Energiezufuhr einfach zu verarbeiten. Auf das Stroh aufgetragen schützt er effektiv vor dem Eindringen von Schädlingen und Feuchtigkeit, sorgt für ein konstantes Raumklima mit angenehmer Luftfeuchtigkeit und unterstützt die Halme bei der Resistenz gegen Feuer.


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Denn auch dieser Punkt ist kein Knock-Out-Kriterium gegen ein Strohhaus. Mehrere Versuche bewiesen, dass eine mit Lehm verputzte Strohwand, wie sie in Häusern gebaut wird, einem Feuer 90 Minuten standhält. Damit erfüllt sie die Brandschutzvorschriften einwandfrei und wird sogar als schwerentflammbar eingestuft.                                          

Die Lebensdauer eines Strohhauses ist mit 80-100 Jahren durchaus zufriedenstellend. Und ist es dann doch einmal soweit, einem neuen Gebäude Platz zu machen, können die Nachkommen das Haus einfach, kostengünstig und vollökologisch noch thermisch nutzen oder kompostieren.  
Den natürlichen, günstigen und gut verarbeitbaren Materialien Lehm und Stroh steht im Hausbau damit eine große Zukunft bevor.

"Wie ein Strohhaus gebaut wird und wie es sich darin lebt, erfahren Sie im immobilien.de-Magazin, Ausgabe 01/10.  Wir bedanken uns beim immobilien.de-Magazin für diesen Artikel." > icon Bauen mit Stroh (Link)

Link Tipp:

Fachverband Strohballenbau www.fasba.de
Italien-Urlaub im Strohballenbau www.esserhof.com
Global 100 ECO-TECH Award Faktor 10 – Haus

 
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