E-Bikes und Pedelecs (mit Tretunterstützung ohne „Gasgriff“) sind die
Dauerbrenner unter den Fahrradgattungen und haben mittlerweile beinahe
jeden Fahrradtypus erobert. Ob Mountainbike, Straßenflitzer oder
Reiserad, für jeden Einsatzzweck gibt es eine Variante mit eingebautem
Rückenwind. Jedoch ist es längst nicht damit getan, einfach einen Motor
ans Velo zu basteln: Um die helfende Kraft für nahezu jeden Einsatzzweck
verfügbar zu machen, werden die Antriebskonzepte immer raffinierter und
an die typischen Eigenschaften der Radtypen angepasst. Der
pressedienst-fahrrad hat sich nach cleveren Antriebslösungen umgeschaut.
Sportlich Stromern
Die neue „
R-Serie“ des Pedelec-Pioniers Biketec (
www.flyer.ch,
ab 3.690 Euro) ist auf temporeiche Freizeitfahrten ausgelegt und
richtet sich an Radler die dank Unterstützungsantrieb schnell auf
Geschwindigkeit kommen wollen. Die dem Rennrad und Fitnessbike (schmale
Reifen, gerader Lenker) entliehenen Stilelemente sorgen für eine
sportlich-gestreckte Sitzposition. Der Schwerpunkt bleibt dank des
Mittelmotors von Panasonic und der Akku-Platzierung zwischen Sitzrohr
und Hinterrad zentral und tief, was laut Hersteller der Fahrdynamik, vor
allem in schnellen Kurven zugute kommt. Verzögert wird der Renner mit
Carbon-Rahmen mit hydraulischen Scheibenbremsen.
Flotter Flitzer mit Renngenen
Um einiges schneller sind Fahrer des „
Delite Hybrid 500 HS Cup“ von riese und müller (
www.r-m.de,
5.399 Euro) unterwegs. Laut Hersteller wurde bei der Weiterentwicklung
des Renn-erprobten Vorgängermodells Delite Hybrid 500 HS kompromisslos
auf Leistung gesetzt. „Fahrwerk, Steifigkeitswerte des Rahmens sowie der
Schwerpunkt wurden optimiert“, verdeutlicht Markus Riese,
Geschäftsführer des Unternehmens . Das „offene“ Pedelec mit dem
500-Watt-Zusatzantrieb unterstützt den Fahrer bis zu einer
Geschwindigkeit von 45 km/h. Solche Geschwindigkeiten erhöhen die
Anforderungen ans Material, hydraulische Scheibenbremsen und ein
gefedertes Fahrwerke gehören deshalb zur Standardausstattung des
schnellen Stromers.
Elektrisierender Trailspaß
Rahmengeometrie und -schwerpunkt sind auch am Mountainbike entscheidend
für sicheres Fahrverhalten und den daraus resultierenden Fahrspaß.
Dieses Thema gewinnt besonders beim E-Bike besondere Bedeutung, da hier
Akku und Motor die Waage zusätzlich belasten und somit clever verstaut
werden wollen. Haibike hat in Zusammenarbeit mit Autozulieferer Bosch am
„
eQ Xduro FS“ (
www.haibike.de,
3.299 Euro) dafür gesorgt, dass der Antrieb zentral und sicher in
günstiger Schwerpunktlage verbaut ist. Der 250 Watt starke
Bosch-Mittelmotor gewährleistet dank seiner Platzierung oberhalb des
Tretlagers zudem genügend Bodenfreiheit. Das voll gefederte Rad verhalte
sich im Gelände wie ein herkömmliches MTB, so der Hersteller. Der
Biker erhält jedoch dank des 250 Watt starken Motors eine
leistungsfähige Tretunterstützung, die die Beinkraft bei Bedarf mehr als
verdoppelt.
Rückenwind für die Reise
Reiserad-Hersteller Utopia entwarf mit dem „
E-Support“ (
www.utopia-velo.de,
ab 1.999 Euro) einen Nachrüst-Antrieb speziell nach den Bedürfnissen
von Radreisenden. Mit diesem System lassen sich alle Utopia-Modelle ab
2001 – ein Belastungstest des Herstellers vorausgesetzt – zu einem
Pedelec umbauen. Beim Reiserad entscheidet eine ausgewogene Verteilung
des Mehrgewichts von Motor plus Reisegepäck über die Fahrdynamik und das
Handling des Rades. Aus diesem Grund ist das E-Support-System übers Rad
verteilt: Der Motor steckt im Vorderrad und die Energieträger befinden
sich auf Packtaschenhöhe am Hinterrad. Das Reisegepäck kann wie gewohnt
angebracht werden. Der Motor lässt sich individuell auf den Fahrer
einstellen, was u. a. die Akku-Laufzeit verlängert. Dank der Aufladezeit
von etwa 60 Minuten (Li-Ion Mangan-Akkus) kann das „Auftanken“ auch mal
während der Mittagsrast durchgeführt werden.
Sorglos Stromern
Die Nabenschaltung und ein komplett gekapselter Kettenstrang machen das voll gefederte „
Avenue Hybrid OR“ von riese und müller (
www.r-m.de,
ab 2.699 Euro) zu einem wartungsarmen Pedelec. Um sorgloses Schalten
mit Nabenschaltung zu gewährleisten, wird der Nabenmotor ins Vorderrad
verlegt. Das Rad lasse sich jedoch trotz des Mehrgewichts am Vorderrad
leicht lenken, da der Motor vom Hersteller TranzX erfreulich klein
ausfalle, so der Hersteller. Der Akku ist auf dem Gepäckträger
untergebracht, was auch hier für eine ausgewogene Gewichtsverteilung
sorgt.
Versteckte E-Power
Erst bei genauerer Inspektion des „
E-Advance“ (
www.koga.com,
2.899 Euro) vom niederländischen Hersteller Koga kommt man seinem
E-Antrieb auf die Schliche. „Verräterisch“ sind lediglich die voluminöse
Hinterradnabe, die den ION-Motor beherbergt, sowie das Steuermodul samt
Display am Lenker. Die Energie schöpft das E-Advance aus dem im
Unterrohr des Rahmens versteckten Akku, der je nach eingestelltem
Fahrmodus Reichweiten bis zu 70 km ermöglicht. Für den Komfort auf
Stadt- und Landwegen sorgen Federgabel, gefederte Sattelstütze und
ergonomische Griffe. E-Motor und 21-Gang-Kettenschaltung nehmen
Steigungen und Gegenwind den Schrecken.
Klein, flexibel und elektrisch
Das „
E-Versa Street“ (
www.hercules-bikes.de,
1.499 Euro) aus dem Hause Hercules ist eine praktische und komfortable
Mobilitätslösung für Pendler. Das 20-Zoll-Faltrad beherbergt nämlich
neben einer kompletten StVZO-Ausstattung einen kraftvollen E-Antrieb.
Motor und Faltprinzip erlauben so eine schweißfreie und flexible Fahrt
zur Arbeit. Auch an diesem Velo muss man schon genau hinschauen um es
als Pedelec zu identifizieren. Der 250 Watt starke Motor sitzt in der
Hinterradnabe, der Hightech-Akku ist im Hauptrohr des Aluminiumrahmens
versteckt. Eine Sieben-Gang-Kettenschaltung liefert ein für den
Einsatzzweck ausreichendes Übersetzungsspektrum, eine Scheibenbremse am
Hinterrad und eine V-Brake am Vorderrad halten den kleinen Flitzer im
Zaum.