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In Basel forderten über 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 6. Nationalen NATUR Kongresses Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, gemeinsam den seit Jahren steigenden Pro-Kopf-Verbrauch von Gütern und Energie massgeblich zu bremsen. Foto: Green Fashion Switzerland - Wer sexy und cool sein will, muss Ökomode tragen. Afrikanischer Modeschöpfer Kofi Ansah.

 

prinz_monacoZusammen mit den anwesenden Entscheidungsträgerinnen und  –trägern wurden zukunftsfähige Lösungskorridore definiert. Fürst Albert II. von Monaco: Ökologie und Konsum - Das Beispiel Mittelmeer. So kam Fürst Albert II. von Monaco (Foto rechts) persönlich nach Basel, um sich für seine Anliegen in Bezug auf einen umweltfreundlichen Konsum einzusetzen, und Professor Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Autor von „Faktor 5“ und Mitglied des Club of Rome, plädierte für Effizienz, Genügsamkeit und eine entsprechende Politik.

Basel, 11. Februar 2011 – Allein mit dem Verzicht auf Erdbeeren im Winter hat noch niemand die Welt gerettet. Wer einen mit Biotreibstoff betriebenen Hummer fährt oder den Swimmingpool mit einer Solaranlage heizt, bietet erst recht keinen wirklichen Ausweg aus der Umweltproblematik. Masslosigkeit und Gier dürfen nicht die Leitwerte für eine menschenwürdige Gesellschaft sein. Statt unreflektierter Gläubigkeit an ein unbeschränktes Wachstum ist ein ernsthafter Diskurs über zukunftsfähige Entwicklungspfade dringend notwendig. Wir brauchen mehr Genügsamkeit. Doch „weniger ist mehr“ bleibt ein gutgemeinter Appell, wenn keine strukturellen Veränderungen stattfinden, die eine genügsamere Gesellschaft begünstigen. Angesichts der immer bedrohlicheren ökologischen Signale tut eine fundierte Diskussion über realistische gesellschaftliche Leitziele, klare Strategien und Massnahmen not.


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Die drei Preisträger vereint: Roman Gaus (UrbanFarmers), Stress und Tobias Meier (Helvetas)


Aus diesen Gründen stellte am 6. NATUR Kongress der NATUR Beirat drei Forderungen für einen zukunftsfähigen Konsum auf:

1) Transparenz und Kostenwahrheit – statt moralischer Appelle, denn (vermeintlich) ökologisch korrekter Konsum kann den Kollaps nicht abwenden. Die Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung kann nicht allein auf die Konsumentinnen und Konsumenten abgeschoben werden. Denn erstens lässt sich eine Moralisierung des Konsumverhaltens schwierig mit dem Selbstverständnis eines modernen und liberalen Staatswesens vereinbaren. Und zweitens fehlen Kennzeichnungen, welche in einfacher und verlässlicher Weise ermöglichen, inländische sowie importierte Produkte und Dienstleistungen im Hinblick auf ihre Umweltqualität zu vergleichen. Dies kann von gutgemeinten Konsumentenentscheiden mit wenig Wirkung, bis hin zu „Verschlimmbesserungen“ der Umwelteinwirkungen des Konsums führen. Folglich ist es Aufgabe von Politik und Wirtschaft, gemeinsam wegweisende Rahmenbedingungen inklusive der nötigen Transparenz zu schaffen.
Nachhaltigkeitsorientierte Strukturen und Innovationen sollen sich lohnen. Wie die industrielle Revolution zu einem historischen Innovationsschub führte, bedingt durch steigende Kosten personeller Ressourcen, muss nun durch eine zunehmende ökologische und soziale Kostenwahrheit natürlicher Ressourcen ein gleichermassen erfolgsversprechender Weg für einen nachhaltigen Konsum beschritten werden

2) Ein umfassendes Management von Stoffflüssen, welches die tatsächliche Leistungsfähigkeit der natürlichen Systeme berücksichtigt. Wirtschaft und Politik müssen Managementrichtlinien für geschlossene, effiziente Stoffkreisläufe von der Produktion über den Konsum bis zur Wiederverwertung grenzüberschreitend durchsetzen. Zudem sind, nebst möglichst geringen Umweltauswirkungen in Bezug auf Biodiversität und Landschaft sowie den Energieverbrauch, auch die Aspekte der sozialen Gerechtigkeit über die ganzen Produktelebenszyklen zu gewährleisten.

3)Das Wichtigste zuerst“:  ein klarer Fokus auf die wirksamsten Massnahmen.
Mit der Botschaft „alles ist wichtig“ schaffen wir vor allem Orientierungslosigkeit. Kernpunkte („Key Points“) nachhaltigen Konsums entwickeln eine hohe positive Umweltwirkung, ohne dass sie grosse Änderungen im Lebensstil voraussetzen. Sie sind deshalb auch leichter umsetzbar. Für einen nachhaltigeren Konsum sollen folglich zuerst die „Key Points“ umgesetzt werden. Andernfalls werden zu viele Ressourcen für nicht durchsetzbare („fliege nicht mehr!“), oder kaum wirksame Aktionen („pflanze einen Baum!“) verschwendet. Solche „Key Points“ des nachhaltigen Konsums sind in Anlehnung an Dr. Michael Bilharz:

• der Umstieg vom Auto auf Car-Sharing;
• eine ausreichende Wärmedämmung; 
•  Investitionen in erneuerbare Energien (langlebige, landschaftsverträgliche Anlagen)
• der Konsum von Bioprodukten (insbesondere biodiversitätsfördernden Produkten).


Der NATUR Kongress kam zum Schluss, dass insbesondere Politik und Wirtschaft aufgerufen sind, die notwendigen Rahmenbedingungen für einen zukunftsfähigen Konsum zu schaffen. 

Die NATUR ist die führende Schweizer Plattform für Natur, Landschaft und Nachhaltigkeit. Sie wird von einem breit abgestützten Verein aus 24 Organisationen, Institutionen, Kantonen und Bundesämtern getragen. Jährlich veranstaltet sie einen Kongress, eine Messe, ein Festival und 2011 zum zweiten Mal die NATUR Gala, in deren Rahmen der „Prix NATURE Swisscanto – Der Schweizer Nachhaltigkeitspreis“ verliehen wird. Weitere Informationen finden Sie unter www.natur.ch. Die Website informiert ebenfalls über die Parallelveranstaltungen NATUR Gala, NATUR Messe und NATUR Festival. 


Auskünfte  
Medienkontakte: Leiter der NATUR Geschäftsstelle, Beat Jans, Tel. +41 76 346 86 43, Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können
Leiterin NATUR Kongress: Carole Küng, Tel. +41 77 44 77 946 oder +41 61 205 10 46

 
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