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Das neue grüne Gewissen in den USA Drucken E-Mail

Die USA gelten als nicht nachhaltig – etwa wegen des hohen Energieverbrauchs. Doch allmählich ändert sich dort einiges in Sachen Umweltschutz. Die Arizona State University (ASU) in Phoenix ist einzigartig: Jeder Student muss einen Einführungskurs in Nachhaltigkeit besuchen. „Für die Uni ist Nachhaltigkeit Programm“, sagte Universitätspräsident Michael Crow. Die ASU bietet als erste Uni in den USA in der „School of Sustainability“ interdisziplinäre Bachelor- und Masterstudiengänge im Fach Nachhaltigkeit.


Zum Lehrplan gehören effizientes Wassermanagement, Stadtplanung, Rohstoffnutzung und Fragen, warum manche Technologien im Markt erfolgreich sind und andere nicht. Die Schule ist für 450 Bachelor- und 300 Masterabschlüsse ausgestattet sowie für bis zu 3000 Studenten, die Nachhaltigkeit als Nebenfach belegen.

Beraten lässt sich die Uni von einem Kuratorium für Nachhaltigkeit, das regelmäßig mit internationalen Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über ökologisches Gleichgewicht, ökonomische Sicherheit und soziale Gerechtigkeit diskutiert. Zum Thema „Nachhaltigkeit ist eine globale Aufgabe“ trafen sie sich kürzlich beim Waschmittelkonzern Henkel in Düsseldorf.

„Die US-Wirtschaft muss lernen, für die Umwelt Verantwortung zu tragen“, sagte Kuratoriumsmitglied Julie Wrigley aus der Dynastie des Kaugummiherstellers Wrigley. Ihr geht es darum, Lösungen zu entwickeln. Das brauche eine vernünftige Ausbildung. Der ASU spendete Wrigley 15 Mio. $, um das Globale Institute of Sustainability aufzubauen, und 2007 weitere 10 Mio. $. In den USA sieht sie viel Nachholbedarf: „Wir wollen von Europa lernen.“

Die USA seien auf dem richtigen Weg, meinte Brad Casper, Leiter der Waschmittelsparte von Henkel in den USA: „Ich bin überrascht, wie schnell die Amerikaner Nachhaltigkeit annehmen.“ Ein Vorzeigebeispiel sei für ihn Wal-Mart. Die Einzelhandelskette habe sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben.

„Unsere Kunden wollen das“, weiß Samuel Robson Walton, Aufsichtsrat der weltweit größten Lebensmittelkette. Im April 2008 bot Wal-Mart 200 Produkte, die unter umweltfreundlichen Bedingungen hergestellt worden waren, an. Einige Artikel waren vor Ende der Aktion ausverkauft.

Nun will Wal-Mart auf erneuerbare Energien umsteigen, Abfall vermeiden und nur Produkte anbieten, die gut für Mensch und Umwelt sind. Dazu nutzt man einen Nachhaltigkeitsindex, der auf Lebenszyklusanalysen beruht, den die ASU und Konzerne wie Henkel entwickelt haben. „Wenn Handelsketten mehr nachhaltige Produkte vertreiben wollen, müssen Zulieferer reagieren“, so Casper. Die USA seien auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft – und Casper sieht Henkel gut aufgestellt. R. AHRENS

www.vdi-nachrichten.com


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