Firmengründer Ludwig Elsbett, der eigentlich aus dem
Flugzeugmotorenbau kam, machte sich nach dem Krieg als
Motorenentwickler selbständig. MAN holte den Motorenfachmann als
Entwickler 1959 nach Nürnberg. Bereits 1964 erfolgte die
Firmengründung mit dem Ziel der Optimierung von LKW-Motoren. Der erste
Pflanzenölkraftstoff-Motor, der so genannte "Elsbett-Motor" wurde im
Jahr 1977 gebaut; im Jahr 1979 dann wurde mit der Produktion von
PKW-Motoren mit Dieseldirekteinspritzung und Vielstoffeignung
begonnen. Im Jahr 1980 wurde die erste Umrüstung von
PKW-Seriendieselmotoren mit Kammerdieselverfahren (z. B. VW-Golf) auf
Pflanzenöl durchgeführt. Eine Weiterentwicklung folgte in den Jahren
1985 bis 1988 durch die Lizenzierung der ELSBETT-Kolbentechnik und des
Elsbett-Kühlungskonzeptes (Öl- statt Wasserkühlung) an die Firma
Klöckner HumboldtDeutz AG. Außerdem wurden in diesen Jahren die ersten
Schwer-LKW auf Pflanzenöltechnik umgerüstet.
Ende der 80er Jahre erfolgte Lizenzierung des ELSBETTMotorkonzepts
(Dreizylinder-PKW-Motor mit Direkteinspritzung) mit Vielstoffeignung
und integriertem Einspritzsystem (Pumpe/Düse-Verfahren) an die
damalige Sowjetunion. In Anerkennung seiner wegweisenden Erfindungen
erhielt Ludwig Elsbett am 1.12.1984 die Dieselmedaille in Gold.
Weiter hochkarätige Auszeichnungen, die das Unternehmen bzw. seine
Eigentümer im Laufe der Firmengeschichte erhalten haben, sind der Award
des Technischen Instituts in Cordoba, der
PhilipMorris-Forschungspreis, die Verdienstmedaille der Bayerischen
Staatsregierungen, der Silberne Kolben (Managementpreis) vom Club of
Europe und der Europäische Solarpreis.
Elsbett Technologie GmbH
Die heutige Firma ELSBETT Technologie GmbH mit Sitz in Thalmässing
wurde im Jahr 1994 gegründet. Mit der kommerziellen Umstellung von
serienmäßigen PKW Kammerdieselmotoren auf Pflanzenöltechnik wurde im
Jahr 1996 begonnen, kurz darauf begann man mit der Umrüstung
serienmäßiger Direkteinspritz-PKWMotoren auf Pflanzenöltechnik und im
Jahr 2000 schließlich mit der Umrüstung serienmäßiger
Pumpe-Düsen-PKW-Motoren und der Ausstattung der ersten
SCANIA-Sattelschlepper mit modernen LKWUmrüstbausätzen. Seit dem Jahr
2002 werden auch Common-Rail-PKW-Motoren sowie die ersten
Pumpe-Düsen-LKWMotoren umgerüstet. Noch im selben Jahr wurden
Umrüstbausätze zum Selbsteinbau für PKW- und LKW-Dieselmotoren
eingeführt. Das heißt, die Kunden können ihr Fahrzeug entweder in
Thalmässing bei ELSBETT direkt, bei einem der Servicepartner oder aber
durch Bestellung eines Bausatzes eigenständig durchführen. Seitdem
wurde das Netz von Servicepartnern bundesweit auf über 100 erweitert.
Das Unternehmen hat mittlerweile 400 verschiedene Fahrzeugmodelle
erfolgreich umgerüstet. Mit den Bausätzen können nicht nur PKWs,
sondern auch LKWs und Busse (mit 12V und 24 V Bordspannung) umgerüstet
werden sowie stationäre Generatoren, Schienenfahrzeuge (z. B. die
Lokomotiven und Triebfahrzeuge der Prignitzer Eisenbahnen im Jahr 1998)
und BHKWs. Letztere können mit einer Leistung von über 50 kW häufig
sogar mit den LKW-Bausätzen umgerüstet werden.
ELSBETT-CO2-lntelligence
Seit Mitte 2008 besteht die Möglichkeit, Neufahrzeuge des Typs Audi
A6 (140 PS/ Diesel) mit Rapsölumrüstung bei ELSBETT zu beziehen. Der
Rapsöleinsatz gewährleistet einen CO2-reduzierten Motorbetrieb und
schwefelfreie Abgase. Leistung und Verbrauch ändern sich durch die
Umrüstung nicht. Der ELSBETT Audi A6 hat eine CO2-Emission von nur noch
60 g/Km. Zum Vergleich: 100 g/Km gelten bisher als Traumwert für
Kleinwagen. Der pflanzenöl-vorgerüstete Audi läuft so ruhig wie ein
Diesel und kann problemlos mit Rapsöl (DIN V 51605), Dieselkraftstoff
oder Mischungen beider Kraftstoffe gefahren werden. Angesprochen
werden dadurch verstärkt junge und dynamische, aber gleichzeitig auch
umweltbewusste Käufergruppen.
Auch Rapsöl können die Kunden bei der Firma Elsbett beziehen. "Für
uns ist nicht nur die nachhaltige des Rapsöls wichtig, sondern auch die
soziale Verantwortung, das heißt der Einkauf bei dezentralen
Ölmühlen", so Klaus Elsbett. "Betrachtet man die enormen Preissprünge
bei Erdöl, so wird klar, dass endlich echte Alternativen dazu
geschaffen werden müssen. Die Technik ist da — es liegt am Kunden, sie
auch einzusetzen." (pb)
Quelle: sonnenseite.com