Nachhaltigkeit erstreckt sich auf
sozialer, ökologischer und ökonomischer Ebene und hat sich zu einem der
wichtigsten Themen der Unternehmenspolitik entwickelt. Aus der
wissenschaftlich fundierten Sicht des Marketing Centrum Münster zählt Nachhaltigkeit
überdies zu einem von sechs Megatrends, die die Zukunft des Marketings
maßgeblich bestimmen werden. Selbst im Zuge der weltweit
tief greifenden Wirtschafts- und Finanzkrise hat sich der
Nachhaltigkeitstrend im Marketing weiter fortgesetzt.

Neue Ansätze im
Bereich der Nachhaltigkeit sind bisher vornehmlich auf das Gebiet
Corporate Social Responsibility und somit auf die Konfiguration
nachhaltigen Angebots zurückzuführen. Antworten darauf, welche
Maßnahmen Unternehmen in Angriff nehmen
können, um ihrer Nachhaltigkeitsverantwortung gerecht zu werden, stehen
ausgiebig zur Verfügung.
Durch die Marketing Innovationen 2011
wird erstmalig mit Consumer Social Responsibility ein versteckter
Engpass ins Licht des Gesprächs gerückt: Die zielgerichtete Erfassung,
Ausweitung und Abschöpfung von Marktpotenzialen unter Berücksichtigung
des Nachhaltigkeitsbedarfs. Diese notwendige Betrachtung wird wachsende
Märkte freilegen und Nachhaltigkeit als entscheidenden Wettbewerbsvorteil
für Unternehmen etablieren. Unser Kongress wird nachfragerseitige
Potenziale nachhaltiger Märkte durchleuchten und zur Definition neuer
Wege beitragen.
Consumer Social Responsibility bildet die zweite
Seite der Medaille zu Corporate Social Responsibility und konzentriert
sich auf existierende sowie potenzielle Nachhaltigkeitswünsche der
Konsumenten.
Nachhaltiges Angebot ist in gleicher
Weise zu aktivieren, wie die Bereitschaft der Konsumenten, dieses
Angebot wahrzunehmen. CSR 2.0, Cause Related Marketing, Crowdfunding,
Carrotmobs, FairTrade, LOHAS, Slow Food und Cradle to Cradle bieten
höchstaktuelle Beispiele von Forschung und Praxis, die diese Betrachtung
anstoßen.
Die zentralen Fragestellungen unseres Kongresses lauteten:
- Für welche Corporate Social Responsibility Maßnahmen besteht wirklich Bedarf beim Kunden?
- Inwiefern können weitere Endverbraucher motiviert werden, bestehende nachhaltige Angebote zu konsumieren?
- Welche offenen Nachhaltigkeitswünsche bestehen beim Konsumenten aktuell?
- Welche Bedarfspotenziale können darüber hinaus geschaffen werden?
- Wie kann nachhaltiges Angebot massentauglich gemacht werden?
- Was können Unternehmen, Marketingforschung und –lehre sowie Medien
dafür tun, um als Multiplikatoren nachhaltiger Nachfrage zu wirken?
Weiterführend sind Fragen, die auf
Stakeholder abzielen, die die Rahmenbedingungen für nachhaltiges Angebot
setzen: Was können Politiker, NGOs und Verbraucherschützer tun, um
Friktionen zu beseitigen? Ist es besonders für NGOs sinnvoller,
Kampagnen zu betreiben oder sich an Marktforschung zu beteiligen?
Als
logische Konsequenz zu Corporate Citizenship muss eine Anregung der
Endkunden erfolgen, den Nachhaltigkeitsbeitrag von Unternehmen durch
entsprechenden Konsum zu entlohnen. Zudem müssen Anregungen für alle
Stakeholder zutage gebracht werden, um den Engpass der Nachfrage nach
Corporate Social Responsibility zu weiten.
www.marketing-innovationen.org
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