Erfolgreiche Velo-city 2011 endet mit der Unterzeichnung der Charta von Sevilla. Von Spanien über Leipzig nach Vancouver – Die Botschaft „Radfahren macht Sinn“ erhält globale Dimension. Mit einem energischen Federstrich unterzeichneten Repräsentanten und Teilnehmer der Velo-city Konferenz 2011 die „Charta von Sevilla“. Sie ist ein wichtiges Dokument und zugleich Schlusspunkt der 17. internationalen Konferenz zum Thema Radfahren und fahrradfreundliche Verkehrspolitik.
Über Velo-city
Die Velo-city Konferenzreihe ist die weltweit führende internationale
Konferenzreihe zum Thema ,Radfahrplanung‘ und wird von der European
Cyclists’ Federation (ECF) sowie ausgewählten Gastgeber-Städten
organisiert. Die Velo-city Konferenzen dienen als globale Kommunikations- und
Informationsplattform mit dem Ziel, Entscheidungsträger dahingehend zu
beeinflussen, dass die Planung und Bereitstellung der Infrastruktur für
den täglichen Gebrauch des Fahrrads im städtischen Raum verbessert wird.
Traditionell beteiligen sich Experten, Vertreter von Verbänden,
Institutionen aus Wissenschaft, Politik und Sozialen Organisationen,
sowie Universitäten, Unternehmen und Politiker an den Konferenzen.
Link: Fahrradneuheiten 2011
Im Mai soll die „Charta von Sevilla“ sämtliche Verkehrsminister auf dem International Transport Forum (ITF) in Leipzig davon überzeugen, dass Radfahren schlicht und einfach eine sinnvolle Sache ist. Das Motto des diesjährigen ITF, an dem Vertreter aus 53 Ländern teilnehmen werden, lautet „Verkehr und Gesellschaft“. Speziell zu diesem will die „Charta von Sevilla“ die Verkehrsminister dazu bewegen, endlich die Vorteile und den Nutzen des Radfahrens als Alternative zu anderen Verkehrsmitteln anzuerkennen und zu fördern. Die konstruktiven Gespräche und lebhaften Debatten, die zwischen den Delegierten und Vertretern aus allen Teilen der Welt in verschiedenen Diskussionsrunden, Workshops und Plenarsitzungen in Sevilla stattfanden, führten letztlich zu einer prägnanten 15-Punkte-Liste, die vielfältige Argumente für die Nutzung des Fahrrades enthält.
Manfred Neun, ECF Präsident (European Cyclists’ Federation); Antonio Rodrigo Torrijos, der erste stellvertretende Bürgermeister von Sevilla; Manel Villalante, der Generaldirektor des Ministeriums für Verkehrsentwicklung; Bob Paddon, Präsident von TransLink und Maria Vassilakou, stellvertretende Bürgermeisterin und Vize-Gouverneurin von Wien, unterzeichneten das bahnbrechende Dokument als erste. Danach lud Manfred Neun alle Teilnehmer der Velo-city Konferenz dazu ein, die „Charta von Sevilla“ ebenfalls zu unterzeichnen.
„Dieses Dokument basiert letztendlich auf unseren gemeinsamen Ideen und Erfahrungen. Deshalb müssen wir Fahrradenthusiasten nun auch gemeinsam versuchen, dieses Fundament weiter auszubauen und für die ganze Welt ein Zeichen zu setzen – mit Blick auf eine bessere und nachhaltigere Zukunft für uns alle, insbesondere aber für unsere Kinder und Enkelkinder“.
Bernhard Ensink, Velo-city-Direktor und ECF Generalsekretär, betonte: „Auch wenn es nicht unbedingt eine neue Idee ist, so wird es dennoch das erste Mal sein, dass das Fahrrad als alternatives Transportmittel auf der Agenda des ITF steht. Außerdem ist es das allererste Mal, dass das ITF die sozialen Aspekte der Verkehrspolitik genauer unter die Lupe nehmen wird und nicht nur deren technische Aspekte analysiert.“
Die Gastgeberstadt Sevilla diente als perfekte Kulisse für die Velo-city 2011, zumal sich jeder ein Bild davon machen konnte, wie enorm wichtig es ist, Radfahren als Bestandteil nachhaltiger Verkehrspolitik anzuerkennen. Während die weltweiten Debatten über die Notwendigkeit nachhaltiger Infrastrukturen und erneuerbarer Energien weitergehen, haben dies die Sevillaner bereits verstanden und innerhalb von nur drei Jahren die täglichen Fahrten mit dem Rad von 6.000 auf 60.000 verzehnfacht. Die „Charta von Sevilla“ beinhaltet deshalb viele praktische Aspekte des Radfahrens, denn ökologisch, sozial und wirtschaftlich gesehen ist Radfahren eben einfach eine sinnvolle Sache!
Ensink fügte hinzu: „Das Radfahren setzt von jedem einzelnen von uns Engagement und Investitionen voraus. Fahrradverbände, Unternehmen, Wissenschaftler, Berater, Politiker, regionale und nationale Behörden sowie internationale Institutionen – wir alle müssen helfen, um das Radfahren erfolgreich zu etablieren – das ist wichtig auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft.“
Mit der symbolischen Übergabe des „Velo-city Fahrrades“ durch
Manfred Neun an die Verantwortlichen der nächsten Gastgeberstadt, Mike
Anderson und Bob Paddon, endete die 17. Velo-city Konferenz in Sevilla.
Die Velo-city 2012 wird vom 26. bis 29. Juni 2011 in Vancouver, Kanada,
stattfinden. Folgende Worte richtete Neun an Hans-Jürgen Becker, den
Direktor der Velo-city 2012: „Vancouver ist ein Schmelztiegel
verschiedener Kulturen. Deshalb ist es der perfekte Ort, um
Fahrrad-Know-how mit internationalen Vertretern auszutauschen. Ich
wünsche Ihnen für die Konferenz in Vancouver viel Erfolg und dass das
Projekt Velo-city weiter wächst!“.
Velo-city 2011 in Sevilla – The Cycle of Life
Sevilla erhielt vor Kurzem den UN-Habitat Best Practice Award und wurde dank des erfolgreichen Aufbaus seiner kompletten Fahrrad-Infrastruktur dazu ausgewählt, die Velo-city 2011 auszurichten. Die Velo-city Konferenz begrüßte mehr als 900 Besucher aus der ganzen Welt, die während der dreitägigen Veranstaltung die Vorzüge des Radfahrens als urbanes und nachhaltiges Transportmittel erörterten. Ergänzend hierzu fand eine interessante Ausstellung zum Thema ,urban cycling‘ statt. Das Motto der Konferenz, „The Cycle of Life“, bezog sich auf das Fahrrad als Teil des täglichen Lebens und als Quelle der Gesundheit für Menschen jeden Alters in dicht besiedelten Städten und Regionen. Die Velo-city 2011, 23. bis 25. März in Sevilla, wurde auf Spanisch und Englisch abgehalten.
Weitere Informationen zur „Charta von Sevilla“ finden Sie hier: http://www.ecf.com/4218_1
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