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TerraCycle: Konsumgüter aus Abfall Drucken E-Mail

Die TerraCycle-Geschichte. In der Natur gibt es keinen Müll. Alle Materialien werden durch natürliche Prozesse wiederverwendet oder recycelt. Erst die moderne Zivilisation hat ein enormes Abfallproblem hervorgerufen. Die Erfindung von komplexen Plastikpolymären während und nach der industriellen Revolution zerstörte den geschlossenen Kreis des nachhaltigen Systems, das auf der Erde für Billionen Jahre existiert hatte. Heute entstehen durch den Bedarf an sicheren und angemessenen Verpackungen für Konsumgüter Billionen Tonnen von nicht oder nur schwierig recycelbaren Abfällen.

 

Tauche ein in die Welt von TerraCycle, dem ehrgeizigen Traum eines Erstsemesterstudenten an der Universität Princeton, der einen Pionier des nachhaltigen Unternehmertums hervorbrachte, einen Hersteller von umweltfreundlichen, kostengünstigen Konsumprodukten aus Abfall! Indem TerraCycle aus riesige Mengen von Verpackungsabfall, die normalerweise auf Müllhalden landen, Konsumgüter von hoher Qualität herstellt, hofft das Unternehmen, den Bedarf an neuen Rohstoffen wie Plastik und Textilien ersetzen zu können, indem es der Welt beweist, dass es nachhaltiger und profitabler ist, Abfall als Rohstoff zu verwenden.

TerraCycle startete im Jahr 2001 als Hersteller eines organischen Düngemittels. Zwei junge Studenten verfütterten den Bio-Abfall ihrer Mensa an eine ganze Armee von Würmern. Zum großen Glück der fleißigen, mittellosen Studenten, arbeiteten die Würmer mit Freude für ein gutes Essen und die Mensa lieferte mehr als genug Kompost-Abfälle. Sie „ernteten" die Wurmexkremente, verflüssigten sie zu einem komplett organischen, äußerst effektiven Düngemittel. Kurz darauf standen sie allerdings vor dem Problem, kein Geld für eine geeignete Verpackung zu haben, um ihren Dünger darin verkaufen zu können. Sie ließen sich nicht entmutigen und fingen an, ihr Düngemittel in benutzten Plastikflaschen, die sie aus Abfalleimern in der Gegend sammelten, zu verkaufen, und brachten damit das erste Produkt, das sowohl komplett aus Abfall hergestellt, als auch komplett in Abfall verpackt war, auf den Markt!

Neun Jahre später ist aus TerraCycle, das als Zwei-Mann-Projekt in einem Studentenwohnheim entstanden war, ein international führendes Unternehmen im Feld des Öko-Kapitalismus und des Upcycelns geworden, das der Welt beweisen wird, dass man nachhaltig agieren und gleichzeitig Profit machen kann. Dennoch bedarf es mehr als nur einer Armee von Würmern, um die Welt zu verändern. Die Gründer von TerraCycle verstanden, dass die revolutionäre Idee, die sie gefunden hatten, nicht die Wurmexkremente waren, sondern vielmehr das Konzept, Abfall-Materialien, die keinen Wert zu haben scheinen, für die Herstellung von nachhaltigen und kostengünstigen Qualitätsprodukten zu nutzen.

Heute arbeitet TerraCycle mit den größten Herstellern von Konsumgüter wie zum Beispiel Kraft Foods, Frito-Lay, Mars, Kashi, Kimberly-Clark, SC Johnson, Nestlé, L'Oréal, BIC und vielen weiteren zusammen, um ein riesiges Netzwerk von Schulen und Organisationen zu verwalten. Diese werden dafür bezahlt, nicht recycelbares Verpackungsmaterial von Trinkpacks über Chipstüten und Süßigkeitenverpackungen zu sammeln und kostenlos an TerraCycle zu schicken. Die Partnerschaften zwischen TerraCycle und großen Firmen bezahlen anschließend 0,02€ pro Abfall-Einheit für eine gemeinnützige Organisation und die gesammelten Materialien werden - zusammen mit anderen Abfall-Materialien - zu einer großen Palette von Konsumgütern re- und upcycelt.

Diese Sammelprogramme heißen Brigaden und existieren seit 2007, als die erste Brigade mit dem organischen Getränkehersteller Hones Tea gestartet wurde. Nur drei Jahre später waren 14 Millionen Menschen in 70.000 Sammelteams involviert und halfen, Abfall zu sammeln, anstatt ihn wegzuwerfen. Mehr als zwei Billionen Einheiten von Fabrik- und Post-Konsumenten-Abfall wurden bisher gesammelt und fast zwei Billionen Dollar an gemeinnützige Organisationen gespendet. Um mehr zu erfahren oder gleich mit zu machen, gehe einfach auf www.terracycle.info.

Im Jahr 2009 begann TerraCycle, seine erfolgreichen Brigaden zu expandieren und startete Programme in Großbritannien, Kanada und Mexiko mit Kraft Foods und in Brasil mit PepsiCo und Frito-Lay. 2010 expandierte das Unternehmen außerdem in den mittleren Osten und nach Schweden. Und seit Anfang 2011 agiert TerraCycle auch in Argentinien, Frankreich, Deutschland und anderen europäischen Ländern.

In der jährlichen Inc. Magazin-Rangliste der am schnellsten wachsenden amerikanischen Unternehmen, die sich in Privatbesitz befinden, befand sich TerraCycle 2010 unter den ersten 200, nachdem es vom 288. Platz aufgestiegen war und sogar unter den ersten 10 der Unternehmen für Konsumgüter. TerraCycle-Produkte sind in vielen große amerikanische Ketten wie zum Beispiel Urban Outfitters, Toys'R-Us und Walmart erhältlich. In Deutschland werden sie bald online erhältlich sein.

 

So funktioniert die TerraCycle und BIC Stifte-Brigade

TerraCycles umweltfreundliche Sammelprogramme, Brigaden genannt, sind kostenlos und vorerst offen für Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten. TerraCycle und BIC übernehmen alle Versandkosten und spenden pro zugesendetem Schreibgerät oder Korrekturmittel zwei Cent an eine gemeinnützige Organisation, nach Wahl des teilnehmenden Sammelteams. Die Anmeldung ist schnell und einfach! Um gleich anzufangen, besuche http://terracycle.info/brigades.

 


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